Wir sind Deutscher Meister mit der weiblichen B Jugend
Was für ein historisches, unvergessliches Wochenende in der Solinger Klingenhalle! Erstmalig in der Vereinsgeschichte des HSV Solingen-Gräfrath hat eine weibliche Jugendmannschaft die Deutsche Meisterschaft in die Klingenstadt geholt. In einem perfekt organisierten Final Four machten die B-Mädchen das Unmögliche wahr: Als Bundesliga-Neuling marschierten sie nach einer bereits makellosen Saison auch beim Endturnier bis ganz nach oben durch und entthronten im Finale den amtierenden Titelverteidiger HC Erlangen mit einem furiosen 31:22 (11:10).
Bei überragendem Sommerwetter verwandelte sich das HSV „Wohnzimmer“ an den beiden Turniertagen in ein echtes Tollhaus. Knapp 1000 Zuschauer sorgten im Finale für eine ohrenbetäubende, sensationelle Kulisse, die eines deutschen Meisters mehr als würdig war. Doch nicht nur auf den Rängen stimmte alles: Der HSV Solingen-Gräfrath glänzte als brillianter Gastgeber. Ein exzellentes Cateringangebot sowie eine liebevoll und meisterlich hergerichtete Arena, sowohl im Innenbereich als auch auf dem Vorplatz, boten allen vier qualifizierten Teams und den mitgereisten Fans einen perfekten Rahmen. Die Stimmung zwischen den Spielen war fantastisch und von einem durchweg fairen, freundschaftlichen Miteinander geprägt.
Ein großes Dankeschön geht auch an die Stadt Solingen und hier insbesondere an die Gerd Kaimer Bürgerstiftung für das tolle Engagement und die Unterstützung des Final Four.
Nervenkrimi im Halbfinale gegen Schwerin
Der Weg zur Krone führte für die Mannschaft von Cheftrainerin Laura Vasilescu und ihrem Trainerteam, bestehend aus Jennifer Karolius, Maira Völker und Stefan Weber, über ein hochemotionales Halbfinale am Samstag. Gegen den starken SV Grün-Weiß Schwerin agierten die Gräfratherinnen zunächst sichtlich nervös. Nach einem intensiven Schlagabtausch und einer hauchdünnen 14:13-Pausenführung musste das Team beim 37:32-Erfolg sogar über die volle Distanz der Verlängerung gehen. Angeführt von einer überragenden Noemi Kamen (14 Tore) und einer bärenstarken Luna Külker (9 Tore) wurde hier das Finalticket gelöst.
Das kleine Finale
Den dritten Platz sicherte sich Schwerin durch einen 32:31 im kleinen Finale gegen Münster. Ein Tor mit dem letzten Angriff, und das Momentum wäre für die Verlängerung vielleicht gekippt. Es wäre wenige Sekunden vor der Schlusssirene der Ausgleich gewesen für die TSG, aber dass Johna Frank im Tor der den Wurf abwehrte, passte zu den 60 Minuten. Münster führte zwar nur einmal, direkt zu Beginn mit 1:0, und steckte auch wiederholte deutlichere Rückstände weg, aber immer wieder fehlte es am allerletzten Schritt. Auffallend häufig zitterte beim Team von Fin Welkenbach das Händchen, wenn es näher herankam. Die letzten Minuten standen exemplarisch für diesen Spielverlauf. Münster schloss von minus vier (28:32) noch einmal auf, aber nicht mehr. Emma Althaus, die beste Schützin des Wochenendes, war der Torgarant für ihr Team im Angriff. 19 Tore, 11 davon per Siebenmeter, standen für sie in der Statistik.
Das große Finale: Taktische Meisterleistung gegen den Titelverteidiger
Im Endspiel am Sonntag wartete mit dem HC Erlangen der Meister des Vorjahres. Die Franken agierten defensiv deutlich offensiver als die Schwerinerinnen am Vortag, eine taktische Herausforderung, auf die die Gräfratherinnen jedoch die passenden Antworten parat hatten. Vom Anpfiff weg herrschte eine wahnsinnige Spannung auf der Platte, beide Finalisten gingen von Beginn an ein extrem hohes Tempo.
Der HSV Solingen-Gräfrath bestach durch enorme körperliche Präsenz und fand immer wieder Lösungen gegen die aggressive 3:3-Deckung der Erlangerinnen. Der HSV erarbeitete sich eine verdiente Führung. Die extrem starke Deckungsarbeit, über die gesamte Saison hinweg das Prunkstück der Solingerinnen, stand wie eine Wand. Dass es zur Pause „nur“ 11:10 stand, lag vor allem an der starken Erlanger Torhüterin Ella-Marie Gauss, die reihenweise Großchancen vereitelte.
Furiose zweite Halbzeit bricht den Bann
Nach dem Seitenwechsel zündeten die Gräfratherinnen den Turbo. Noemi Kamen, die mit insgesamt 9 Treffern im Finale wie aufgedreht spielte, und Linksaußen Laura Schatton (8 Tore) kurbelten das Offensivspiel unaufhaltsam an. Zudem bewies Dzeneta Kujovic am Kreis extrem viel Übersicht und verwertete die präzisen Anspiele eiskalt zu sechs wichtigen Treffern.
Unterstützt von einer gewohnt starken Berina Kujovic und der in der Schlussphase meisterlich haltenden Emma Weber im Tor, erarbeitete sich der HSV beim 17:12 (38. Minute) durch einen schnellen 6:2-Lauf einen Fünf-Tore-Vorsprung. Erlangen baute kräftig ab, leistete sich Fehler im Spielaufbau und fand kein Mittel mehr gegen das Abwehrbollwerk der Gastgeberinnen. Als Luna Külker in der Schlussviertelstunde aus zehn Metern zum 24:17 traf, war der Widerstand des Titelverteidigers endgültig gebrochen. Am Ende leuchtete ein deutlicher und hochverdienter 31:22-Sieg von der Anzeigetafel.
Sonderauszeichnungen für zwei HSV-Asse
Die herausragende Leistung des Neulings blieb auch den anwesenden DHB-Experten nicht verborgen. U17-Bundestrainer Gino Smits und DHB-Talentcoach Carsten Klavehn zeichnten nach dem Abpfiff gleich zwei Akteurinnen des frischgebackenen Meisters aus: Linn Veermann erhielt den Pokal für die beste Abwehrspielerin des Final Four, während Luna Külker völlig verdient zur besten Spielerin des gesamten Turniers gewählt wurde.
Doppelte Feierlichkeiten mit Kronen und Geburtstagstorte
Nach dem Abpfiff gab es in der Klingenhalle kein Halten mehr. Die sonst eher als ruhig bekannte Mannschaft bewies absolute Partyqualitäten. Noch vor der offiziellen Siegerehrung setzten sich die frischgebackenen „Königinnen“ der B-Jugend-Bundesliga selbst besorgte, goldene Kronen auf.
Besonders emotional: Co-Trainerin Jennifer Karolius feierte an diesem Tag nicht nur den Gewinn der Deutschen Meisterschaft, sondern auch ihren 40. Geburtstag. Als Überraschung gab es für sie neben der Goldmedaille eine Geburtstagstorte in Einhorn-Optik. Wie eng der Jugendhandball zusammenschweißt, zeigte sich kurz darauf: Über eine halbe Stunde lang tanzten und feierten die Spielerinnen des HSV Solingen-Gräfrath und des Vize-Meisters aus Erlangen gemeinsam in einem riesigen, ausgelassenen Knäuel zu Mallorca-Musik auf der Platte. Ein außergewöhnliches und sehr schönes Bild, was es in dieser Form wohl nur sehr selten gibt.
Ein rundum perfektes Wochenende, das ein glückliches Trainerteam hinterlässt. „Respekt an die Abwehr. Wir haben bis zum Schluss durchgezogen. Die Mannschaft hat sich für ein Jahr harte Arbeit belohnt“, bilanzierte eine stolze Cheftrainerin Laura Vasilescu. Der HSV Solingen-Gräfrath hat an diesem Wochenende eindrucksvoll bewiesen, dass er nicht nur sportlich zur absoluten Bundesspitze gehört, sondern auch Großevents meisterhaft organisieren kann.
„Wir haben in Solingen eine Riesenstimmung erlebt. In den Final Fours und Endspielen um die deutschen Jugend-Meisterschaften hatten wir in diesem Jahr rund 15000 Zuschauer. Das zeigt, wie toll unser Jugendsport ist. Das geht nur, wenn Mannschaften zusammenkommen, wie ihr es seid“, hob DHB-Vizepräsident Carsten Korte hervor. „Das war euer Tag“, ergänzte DHB-Talentcoach Carsten Klavehn in seiner Ansprache. „Dafür habt ihr das ganze Jahr gearbeitet. Dazu tragen auch eure Staffs bei, die euch super ausbilden. Es war toll, wie ihr euch hier präsentiert habt.
Finale:
HSV Solingen-Gräfrath – HC Erlangen 31:22 (11:10)
Solingen-Gräfrath: Weber, B. Kujovic – Kamen (9/2), Honscha, Pieper (1), Schatton (8), Berg, Kirchmann, Berger (2), Schepper, Veermann (2), Ern, Külker (3), D. Kujovic (6).
Erlangen: Gauss, Zahn – M. Fuchs (12/4), Labs, Schineller (1), Stöhr, Subke (4), Halbe, Schmidt (1), Stephan (1), Winter, Fritz (2), Gerlach, Scuritti, J. Fuchs (1), Grudic.
Schiedsrichterinnen: Janica Büschgens / Kim Büschgens (Korschenbroich).
Spiel um Platz 3:
SV Grün-Weiß Schwerin – TSG Münster 33:32 (17:15)
Schwerin: Gawehns, Ackermann, Frank – Labs (4/2), Krüger (1/1), Schiemann, Schmidt (2), Lojewski (8/1), Dotzauer, Balke (1), Hoffmann (1), Stöckmann, Wigger (4), Nowacki (8), Lange, Popner.
Münster: Eichhorn, Skill – Keil (1), Althaus (19/11), Jordan, Rotert (2), Racky (2), Botta (2), Herr (1), Helbig, Knoch, Hecht (1), Neumann Moreno (2), Ludwig, Kirchner (2).
Schiedsrichter: Fabian Foerster / Felix Mayer (Bergneustadt/Pfullingen).
Halbfinale:
HSV Solingen-Gräfrath – SV Grün-Weiß Schwerin 37:32 (14:13)
Solingen-Gräfrath: Weber, B. Kujovic – Kamen (14/5), Honscha, Pieper, Schatton (1), Berg, Kirchmann, Berger, Schepper (3), Veermann (5), Ern (2), Külker (9/3), D. Kujovic (3).
Schwerin: Gawehns, Ackermann, Frank – Labs (8/1), Krüger, Schiemann, Schmidt (3), Lojewski (6), Dotzauer, Balke (2), Hoffmann, Stöckmann, Wigger (2), Nowacki (4), Lange (7), Popner.
Schiedsrichter: Fabian Foerster / Felix Mayer (Bergneustadt/Pfullingen).
HC Erlangen – TSG Münster 36:27 (16:14)
Erlangen: Gauss, Rudolph – M. Fuchs (4/1), Labs, Schineller (1), Stöhr (5), Subke (9/2), Halbe (6), Schmidt, Stephan, Winter (1), Fritz (5), Gerlach (3), Scuritti, J. Fuchs (2), Grudic.
Münster: Eichhorn, Skill – Keil (3), Althaus (6), Jordan, Rotert (2), Racky, Preß (2), Botta (3), Herr (6/2), Helbig, Knoch, Hecht (4), Neumann Moreno, Ludwig, Kirchner (1).
Schiedsrichterinnen: Janica Büschgens / Kim Büschgens (Korschenbroich).
Herzlichen Glückwunsch an unsere Deutschen Meisterinnen! Ihr habt Solinger Sportgeschichte geschrieben!
Ein besonderer Dank geht auch an die Mannschaften, Eltern, Freunde und Fans des SV Grün-Weiß Schwerin, der TSG Münster und des HC Erlangen. Ihr wart wundervolle Gäste und habt einen großen Anteil an diesem fantastischen Final Four.
Fotos: Lars Breitzke
Mit Material vom Solinger Tageblatt und Handball.net
Ergebnis der Jugendversamlung
Am 13.03.2026 fand die Jugendversammlung unseres Hauptvereins statt.
Nach einer Begrüßung durch den Vorstand und der Vorstellung der Saisonentwicklung im Basketball und im Handball, wurde im Rahmen der Versammlung unsere bisherige Jugendwartin Janina Nowak entlastet. Sie hatte bereits im Vorfeld angekündigt, nicht erneut zur Wahl anzutreten.
Wir möchten ihr an dieser Stelle herzlich für ihr großes Engagement und ihre wertvolle Arbeit in den vergangenen Jahren danken. Umso mehr freut es uns, dass sie dem Vorstand auch künftig in neuen Aufgabenbereichen erhalten bleibt und ihre Erfahrung weiterhin einbringen wird.
Als neuer Jugendwart wurde Florian Eck gewählt.
Mit ihm übernimmt ein junger, aber äußerst vereinsverbundener und engagierter Nachfolger diese wichtige Aufgabe. Florian kennt die Strukturen und Bedürfnisse unserer Jugend sehr gut und bringt beste Voraussetzungen mit, um die anstehenden Herausforderungen erfolgreich zu meistern.
Insbesondere mit Blick auf die Zukunft, unter anderem mit zwei Jugendbundesliga-Teams im weiblichen Bereich, wird er wichtige Impulse setzen. Durch seine Kenntnisse sowie seine enge Vernetzung mit dem Förderverein und den 1. Damen ist er bestens aufgestellt, um die Weiterentwicklung unserer Jugendarbeit aktiv voranzutreiben.
Wir wünschen Florian viel Erfolg in seiner neuen Funktion und freuen uns auf die gemeinsame Zukunft.





